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Pille danach: Wirkung, Frist und Kosten

Die Pille danach ist in Deutschland seit 2015 rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Levonorgestrel wirkt bis 72 Stunden nach dem Verkehr, Ulipristalacetat bis 120 Stunden. Je früher die Einnahme, desto zuverlässiger die Wirkung. Diese Seite erklärt die Unterschiede beider Wirkstoffe, die Grenzen der Methode und was für eine regelmäßige Verhütung danach sinnvoll ist.

Wie schnell muss die Pille danach eingenommen werden?

So früh wie möglich, denn die Wirksamkeit nimmt mit jeder Stunde ab. Levonorgestrel ist für die Anwendung bis 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr zugelassen, Ulipristalacetat bis 120 Stunden. Diese Zeitfenster sind Höchstgrenzen, keine gleichwertigen Zeiträume: Am ersten Tag ist der Schutz deutlich besser als am dritten oder fünften.

Der Grund liegt im Wirkmechanismus. Beide Wirkstoffe verschieben oder verhindern den Eisprung. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirken sie nicht mehr. Eine bestehende Schwangerschaft wird durch die Pille danach nicht beendet und auch nicht geschädigt; sie ist kein Schwangerschaftsabbruch.

Praktisch bedeutet das: Wer nachts oder am Wochenende feststellt, dass eine Verhütungspanne vorliegt, sollte nicht bis Montag warten. Apotheken im Notdienst geben die Präparate ebenfalls ab, den nächstgelegenen Notdienst finden Sie über die Suchdienste der Apothekerkammern. Wenn Sie innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme erbrechen, war die Aufnahme womöglich unvollständig und die Einnahme muss wiederholt werden.

Levonorgestrel oder Ulipristalacetat: was ist der Unterschied?

Beide verschieben den Eisprung, aber Ulipristalacetat wirkt noch in einem späteren Zyklusabschnitt und ist für ein längeres Zeitfenster zugelassen. Levonorgestrel ist der ältere und länger erprobte Wirkstoff, Ulipristalacetat der neuere Selektive Progesteron-Rezeptor-Modulator.

Für die Auswahl sind vor allem drei Punkte relevant: der Abstand zum Verkehr, der ungefähre Zeitpunkt im Zyklus und die übrige Medikation. Beide Präparate werden in der Apotheke ohne Rezept abgegeben, und das Beratungsgespräch dort dient genau dieser Auswahl.

Ein Punkt wird oft übersehen: Die beiden Wirkstoffe sollten nicht unmittelbar nacheinander eingenommen werden, weil sich ihre Wirkung gegenseitig abschwächen kann. Wer kurz zuvor Ulipristalacetat genommen hat, sollte in derselben Situation nicht zusätzlich zu Levonorgestrel greifen und umgekehrt. Auch beim Wiedereinstieg in eine hormonelle Verhütung nach Ulipristalacetat gelten besondere Wartezeiten, die in der jeweiligen Fachinformation stehen. Fragen Sie danach ausdrücklich in der Apotheke.

Brauche ich für die Pille danach ein Rezept?

Nein. Seit dem 15. März 2015 sind beide Wirkstoffe in Deutschland aus der Verschreibungspflicht entlassen und in jeder Apotheke ohne Rezept erhältlich. Sie brauchen dafür keinen Arzttermin und keine Online-Konsultation.

Das sagen wir ausdrücklich, obwohl wir selbst ärztliche Beurteilungen anbieten: Für die Pille danach wäre eine Rezeptanfrage bei uns überflüssig. Der schnellste Weg ist die Apotheke vor Ort, und Schnelligkeit ist hier der einzige Faktor, der die Wirksamkeit wirklich beeinflusst.

Ein Rezept spielt nur in einer Konstellation eine Rolle: Bis zum vollendeten 22. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, wenn ein Kassenrezept vorliegt. Ein solches Kassenrezept stellen ausschließlich Ärzte im deutschen Vertragsarztsystem aus. Wir gehören nicht dazu und können es nicht ausstellen. Wenn Ihnen die Kostenübernahme wichtig ist, führt der Weg über eine Arztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Die Abgabe darf die Apotheke im Einzelfall verweigern, etwa wenn sie das Präparat nicht vorrätig hat. Fragen Sie dann in einer anderen Apotheke nach, statt zu warten.

Was kostet die Pille danach?

Als rezeptfreies Arzneimittel zahlen Sie den Apothekenverkaufspreis selbst. Er unterscheidet sich zwischen den Präparaten und zwischen den Apotheken, weil für rezeptfreie Arzneimittel keine einheitliche Preisbindung gilt. Levonorgestrel-Präparate liegen in der Regel deutlich unter den Präparaten mit Ulipristalacetat.

Genaue Beträge nennen wir hier bewusst nicht: Sie ändern sich, und die Auswahl soll nach dem Zeitfenster und der Verträglichkeit erfolgen, nicht nach ein paar Euro Unterschied. Fragen Sie in der Apotheke nach dem Preis der konkreten Packung.

Zwei Ausnahmen von der Selbstzahlung gibt es. Bis zum vollendeten 22. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten auf Kassenrezept. Und nach einer Vergewaltigung übernehmen die Kosten in aller Regel andere Stellen; wenden Sie sich in dieser Situation an eine Klinik mit gynäkologischer Ambulanz oder an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116 016, das rund um die Uhr und kostenfrei erreichbar ist.

Eine Beurteilung durch uns ist für dieses Präparat weder nötig noch buchbar.

Nebenwirkungen und was danach mit dem Zyklus passiert

Am häufigsten berichtet werden Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit sowie Zwischenblutungen und ein Spannungsgefühl in der Brust. Diese Beschwerden sind in der Regel leicht und klingen innerhalb weniger Tage ab. Die vollständige Auflistung mit Häufigkeitsangaben steht in der Packungsbeilage und in der Fachinformation des jeweiligen Präparats.

Sehr typisch und trotzdem oft beunruhigend ist die Verschiebung der nächsten Regelblutung. Sie kann einige Tage früher oder später einsetzen als erwartet und stärker oder schwächer ausfallen. Das ist eine direkte Folge des verschobenen Eisprungs.

Bleibt die Blutung mehr als eine Woche über den erwarteten Termin hinaus aus oder ist sie ungewöhnlich schwach, sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen. Das gilt auch dann, wenn Sie alles richtig gemacht haben, denn keine Notfallverhütung wirkt in hundert Prozent der Fälle.

Starke einseitige Unterbauchschmerzen einige Wochen nach der Einnahme gehören umgehend ärztlich abgeklärt, weil sie ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein können.

Wann die Wirkung eingeschränkt sein kann

Die Wirksamkeit kann sinken, wenn gleichzeitig Arzneimittel eingenommen werden, die abbauende Leberenzyme anregen. Dazu zählen bestimmte Antiepileptika, das Tuberkulosemittel Rifampicin, einige Mittel gegen HIV sowie Johanniskraut, das viele nicht als Arzneimittel wahrnehmen. Nennen Sie in der Apotheke deshalb ausdrücklich alle Präparate, die Sie einnehmen, auch pflanzliche.

Diskutiert wird außerdem, ob ein höheres Körpergewicht die Wirksamkeit von Levonorgestrel abschwächt. Die Datenlage dazu ist nicht eindeutig; die Zulassungsbehörden haben die Präparate deshalb auf dem Markt gelassen. In der Beratung wird dieser Punkt trotzdem angesprochen, weil er die Präparatewahl beeinflussen kann.

Die zuverlässigste Alternative zur Tablette bleibt in vielen Fällen die Einlage einer Kupferspirale innerhalb weniger Tage nach dem Verkehr. Sie wirkt unabhängig vom Zyklusstand, muss aber ärztlich eingesetzt werden und ist deshalb kein Weg, den wir anbieten können. Eine gynäkologische Praxis oder eine Klinikambulanz kann dazu beraten.

Erbrechen innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme macht eine erneute Einnahme erforderlich.

Was die Pille danach nicht leistet

Sie ist kein Ersatz für eine regelmäßige Verhütung, sie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen, und sie wirkt nicht rückwirkend auf einen bereits erfolgten Eisprung. Sie ist eine Notfallmaßnahme für eine Panne, nicht eine Methode für den Alltag.

Wichtig ist auch: Sie schützt nicht vor einer Schwangerschaft aus späterem Verkehr im selben Zyklus. Nach der Einnahme brauchen Sie bis zur nächsten Regelblutung eine zusätzliche Barrieremethode, weil der Eisprung nur verschoben, nicht ausgeschaltet wurde.

Bei Verdacht auf eine Infektionsgefährdung ist ein Test sinnvoll. Die Beratungsstellen der Aidshilfe und die Gesundheitsämter bieten dazu niedrigschwellige Angebote, teils anonym.

Wenn Verhütungspannen sich häufen, liegt das Problem selten an der Notfallverhütung, sondern an der Methode davor. Ein Wechsel des Präparats, ein Wechsel der Anwendungsform oder eine langfristige Methode löst mehr als jede weitere Notfalltablette. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Danach: regelmäßige Verhütung und Folgerezept

Hormonelle Verhütungsmittel wie die kombinierte Pille, die Minipille, der Vaginalring und das Pflaster sind in Deutschland verschreibungspflichtig, anders als die Pille danach. Wer nach einer Panne auf eine verlässliche Methode umsteigen oder ein bewährtes Präparat weiter beziehen möchte, braucht dafür eine ärztliche Beurteilung.

Für die Fortführung eines bereits angewendeten Präparats ist das unsere Leistung; der Erstbeginn und der Wechsel auf eine andere Methode gehören in eine Arztpraxis mit körperlicher Untersuchung. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus; wir führen keine Videosprechstunde und kein Telefongespräch. Der Arzt prüft die Angaben, insbesondere Thromboserisiko, Migräne mit Aura, Rauchen, Blutdruck und Vorerkrankungen, und entscheidet, ob eine Verordnung vertretbar ist. Trägt die Beurteilung, entsteht ein Privatrezept, das Sie in jeder Apotheke einlösen können. Nach Paragraf 2 Absatz 1a der Arzneimittelverschreibungsverordnung steht die Verordnung eines Arztes aus einem anderen EU-Staat einer deutschen gleich. Beurteilt wird bei MEDINOW von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, Ärztekammer in Olsztyn.

Die Beurteilung für ein Folgerezept kostet 24,90 EUR, eine vorrangige Bearbeitung zusätzlich 9,90 EUR. Die Gebühr deckt die ärztliche Beurteilung, nicht die Ausstellung eines Rezepts. Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, erstatten wir sie. Reichen Sie angeforderte Unterlagen nicht nach, gilt die Beurteilung als erbracht und die Gebühr wird nicht erstattet. Das Arzneimittel selbst zahlen Sie in der Apotheke.

Wie lange wirkt die Pille danach?

Levonorgestrel ist bis 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr zugelassen, Ulipristalacetat bis 120 Stunden. Beide verschieben den Eisprung, deshalb sinkt die Wirksamkeit mit jeder Stunde. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirken sie nicht mehr. Nach der Einnahme brauchen Sie bis zur nächsten Regelblutung zusätzlich eine Barrieremethode.

Was kostet sie?

Als rezeptfreies Arzneimittel zahlen Sie den Apothekenpreis selbst; er unterscheidet sich je nach Präparat und Apotheke, weil hier keine einheitliche Preisbindung gilt. Präparate mit Levonorgestrel sind in der Regel günstiger als solche mit Ulipristalacetat. Bis zum vollendeten 22. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten auf Kassenrezept.

Brauche ich ein Rezept?

Nein, beide Wirkstoffe sind seit dem 15. März 2015 rezeptfrei und werden in jeder Apotheke abgegeben. Eine Anfrage bei uns wäre dafür überflüssig, und Warten kostet Wirksamkeit. Ein Rezept ist nur relevant, wenn Sie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bis 22 nutzen möchten.

Welche Nebenwirkungen hat sie?

Häufig sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Zwischenblutungen und Spannungsgefühl in der Brust; meist klingen sie in wenigen Tagen ab. Sehr typisch ist eine Verschiebung der nächsten Regelblutung. Bleibt sie mehr als eine Woche aus, machen Sie einen Schwangerschaftstest. Die vollständige Auflistung steht in der Packungsbeilage.

Zahlt die Kasse bis 22?

Ja, bis zum vollendeten 22. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, wenn ein Kassenrezept vorliegt. Dieses stellen ausschließlich Ärzte im deutschen Vertragsarztsystem aus. Wir gehören nicht dazu und können es nicht ausstellen; wenden Sie sich dafür an eine Arztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.